„Hätte ich das gewusst, hätte ich es anders gemacht!“
In Deutschland werden jährlich über 2 Millionen Mietverträge abgeschlossen. Der Gesetzgeber versucht, die Interessen von Vermietern und Mietern gleichermaßen zu berücksichtigen – dennoch bleibt das Mietrecht komplex. Neue gesetzliche Regelungen und EU-Vorgaben sorgen leider nicht immer für mehr Übersicht.
Trotz bestehender Gesetze enthalten viele Mietverträge fehlerhafte oder unwirksame Vereinbarungen, die später zu Ärger oder finanziellen Nachteilen führen können. Je klarer die „Spielregeln“ im Mietvertrag festgelegt sind, desto geringer ist das Konfliktpotenzial.
Im Folgenden zeigen wir Ihnen die acht häufigsten Fehler beim Mieten von Wohnraum – und geben Ihnen praxisnahe Tipps für ein sicheres und sorgenfreies Mietverhältnis.
Wohnraum sollte niemals ohne vorherige Besichtigung angemietet werden. Der Zustand von Fassade, Dach, Fenstern, Türen und Heizungsanlage gibt wichtige Hinweise auf mögliche Folgekosten.
DFM Tipp:
Besichtigen Sie die Wohnung immer persönlich, bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben. Prüfen Sie den Zustand sorgfältig, um spätere Nebenkosten und Unannehmlichkeiten zu vermeiden.
Oft werden die Nebenkosten zu niedrig kalkuliert. Die Folge sind hohe Nachzahlungen bei der Jahresabrechnung.
DFM Tipp:
Orientieren Sie sich an einem Betriebskostenspiegel (z. B. Deutscher Mieterbund) oder fragen Sie andere Mieter im Haus nach realistischen Werten.
Wer den Mietvertrag unterschreibt, haftet auch. Bei mehreren Mietern kann es ohne klare Regelung zu Problemen kommen – insbesondere in Wohngemeinschaften.
DFM Tipp:
Regeln Sie im Mietvertrag, ob ein Mieterwechsel erlaubt ist, oder schließen Sie separate Mietverträge für einzelne Bewohner ab.
Alle mietrelevanten Kosten basieren auf der angegebenen Wohnfläche. Weicht diese mehr als 10 % von der tatsächlichen Fläche ab, darf der Mieter die Miete mindern.
DFM Tipp:
Messen Sie die Wohnfläche vor Vertragsunterzeichnung selbst nach oder beauftragen Sie einen Fachmann.
Grundsätzlich ist der Vermieter für den Erhalt der Wohnung verantwortlich. Viele Klauseln zu Schönheitsreparaturen sind jedoch rechtlich unwirksam.
DFM Tipp:
Nutzen Sie aktuelle, geprüfte Mietverträge (z. B. von Haus & Grund). Vereinbaren Sie Renovierungen klar und rechtssicher.
Zu Schönheitsreparaturen zählen u. a.:
Tapezieren und Streichen von Wänden und Decken
Streichen von Heizkörpern und Heizungsrohren
Streichen von Innentüren und Fenstern von innen
Alles darüber hinaus fällt nicht in die Verantwortung des Mieters.
Modernisieren Mieter auf eigene Kosten, besteht kein Anspruch auf Kostenerstattung. Im schlimmsten Fall kann der Rückbau verlangt werden.
DFM Tipp:
Sprechen Sie Modernisierungen immer vorher mit dem Vermieter ab und lassen Sie sich Vereinbarungen schriftlich bestätigen.
Tierhaltung sollte immer klar im Mietvertrag geregelt sein.
DFM Tipp:
Hunde und Katzen bedürfen der Zustimmung des Vermieters. Kleintiere (z. B. Hamster, Fische) dürfen in der Regel nicht untersagt werden.
Beim Auszug kommt es häufig zu Streitigkeiten. Wichtig sind insbesondere folgende Punkte:
Alles, was der Mieter eingebaut hat, muss grundsätzlich entfernt werden – außer es wurde etwas anderes vereinbart.
DFM Tipp:
Sprechen Sie mit dem Vermieter. Hochwertige Einbauten können oft übernommen oder abgekauft werden.
Der Mieter muss:
Böden fegen oder saugen
grobe Verschmutzungen entfernen
Küche und Bad hygienisch sauber hinterlassen
Normale Gebrauchsspuren sind erlaubt. Schäden durch unsachgemäße Nutzung müssen ersetzt werden – zum Zeitwert, nicht zum Neupreis.
Mieter zahlen Betriebskosten nur für den Zeitraum des bestehenden Mietverhältnisses.
DFM Tipp:
Lesen Sie Zählerstände beim Auszug gemeinsam mit Zeugen ab.
Alle Schlüssel müssen persönlich übergeben werden.
DFM Tipp:
Nutzen Sie immer ein Übergabeprotokoll, unterschrieben von Vermieter, Mieter und Zeugen.
Unbefristeter Mietvertrag: Kündigungsfrist 3 Monate
Befristeter Mietvertrag: endet automatisch zum vereinbarten Datum
Mietvertrag mit Mindestlaufzeit: Kündigungsausschluss bis max. 4 Jahre
Tipp:
Achten Sie besonders auf Begriffe wie Kündigungsausschluss oder Kündigungsverzicht im Vertrag.
Wer typische Fehler beim Mieten kennt und vermeidet, schützt sich vor rechtlichen Problemen, unnötigen Kosten und Streitigkeiten – und schafft die Basis für ein entspanntes Mietverhältnis.